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Freiheit

Das Thema der 15. Movimentos Festwochen

Foto: Jean Claude Carbonne

Das Konzept eines Movimentos-Jahresthemas wurde erstmals im Jahr 2006 realisiert – das Thema lautete „Heimat“. Es folgten u.a. „Respekt“ (2007), „Vertrauen“ (2008), „Weisheit, Wissen, Information“ (2012), „Glück“ (2014) und „Liebe“ (2016). 2017 lautet das Jahresthema „Freiheit“.

Kaum ein Begriff ist so sehr mit Sehnsucht und Hoffnung, aber auch mit Enttäuschung und Entsetzen verbunden wie die Freiheit. Dieses ambivalente und allgegenwärtige Ideal ist in diesem Jahr das übergreifende Thema der Movimentos Festwochen.

An Gründen für den Freiheitskampf hat es in der Geschichte der Menschheit nie gefehlt. Auch in der Gegenwart belegen die Auseinandersetzungen im Nahen und Mittleren Osten und viele andere Krisen in aller Welt, wie Religionsfreiheit mit Füßen getreten, wie staatliche Souveränität verletzt und wie Meinungsfreiheit eingeschränkt und behindert wird.

Auch wo die Freiheit als verbürgtes Grundrecht gilt, muss sie stets verteidigt und neu errungen werden. Wo immer bürgerschaftliches Zusammenleben stattfindet, endet die Freiheit jedes Einzelnen dort, wo ihre weitere Ausdehnung andere Freiheitsrechte verletzen würde. Jede Freiheit des Denkens und der Meinung kann nur wechselseitig sein. Sie ist, gegenteiligen Tendenzen in „postfaktischen Zeiten“ zum Trotz, nie die Freiheit, um jeden Preis recht zu behalten und jeden zu beschimpfen, der anderer Meinung ist. Gerade in den freiheitlichen Gesellschaften der westlichen Welt greifen Beleidigungen, Drohungen und die Verbreitung von Unwahrheiten massiv um sich. Freiheit heißt aber auch, Fakten gelten zu lassen, die einem nicht passen.


Die Freiheit prägt Arbeits- und Beziehungsverhältnisse und ist nie nur ein Zustand, sondern immer auch Aufgabe und Herausforderung. Sie bedeutet, die Ungewissheit der eigenen Existenz anzunehmen und sich aus freien Stücken zu binden. Wo die Freiheit gegen die Gängelung durch „Googlement and Government“ und unter dem Siegeszug des Digitalen behauptet werden muss, kann sie unbequem sein, denn diese Freiheitsbehauptung bedeutet, den Bequemlichkeitsverheißungen der digitalen Fernwärme zu widerstehen und sich zur Freiheit eines selbstgestalteten Lebens zu zwingen.

Im Programm der Movimentos Festwochen wird die Freiheit auf vielfältige Weise gespiegelt, gebrochen, variiert und befragt. In einer Theaterinszenierung zeigt Manfred Zapatka den Verräter Judas, der mit seiner Tat erst den Kreuzestod Christi und damit die befreiende Erlösung des Menschen von den Sünden ermöglicht. An epochale Aufbrüche in die Freiheit von Luthers Thesenanschlag vor 500 Jahren bis zur russischen Revolution vor 100 Jahren und viele andere mehr erinnert Klaus Maria Brandauer gemeinsam mit dem Filmorchester Babelsberg. Ins Werk des Choreografen Angelin Preljocaj, dessen Familie aus der albanischen Diktatur fliehen musste, ist die Freiheit zutiefst eingeschrieben. Israel Galván nimmt sich die Freiheit, den engen Regelkanon des Flamencos über Bord zu werfen.

Mit diesen wenigen Beispielen aus dem Programm der Movimentos Festwochen möchten wir Sie ermuntern, Ihre eigenen Ideen von der Freiheit anhand der Spielarten künstlerischer Freiheit zu befragen, die wir in diesem Jahr für Sie versammelt haben.



Wir wünschen Ihnen viel Freude bei den diesjährigen Movimentos Festwochen!

Otto F. Wachs
Sprecher der Geschäftsführung,
Autostadt GmbH

Bernd Kauffmann
Künstlerische Leitung
der Movimentos Festwochen