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Würde

Das Thema der 16. Movimentos Festwochen

Foto: Mark Henderson

Wichtige Themen, Ideen und Tugenden prägen als Leitmotive die Movimentos Festwochen. Der Diskurs zu diesen über dem jeweiligen Festival stehenden Begriffen auf den Bühnen in der Autostadt und in der Region gibt Ihnen zusammen mit den Künstlern aus aller Welt die Möglichkeit zum Austausch, führt uns gemeinsam näher an Antworten, will gleichzeitig nicht absolute Antwort sein.

Dieses Konzept prägt unsere Festwochen seit dem Jahr 2006 – Heimat hieß das erste Thema, es folgten neben anderen Respekt, Demut, Glück, Liebe und schließlich im vergangenen Jahr: Freiheit. Die Frage, mit welchem Thema wir diesem Ideal nachfolgen können, war nicht einfach zu beantworten. Nicht ein noch größerer Begriff musste zwingend auf dieses höchste Gut folgen. Aber warum nicht eine Kategorie, die als Fundament unseres Zusammenlebens im ersten Artikel des Grundgesetzes verankert ist, wo es heißt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

Würde ist mehr als eine Tugend, sie muss weder erlernt noch erworben werden, sie entsteht mit dem Menschen und bleibt sein lebenslanges Wesensmerkmal. Doch so exponiert die Würde und ihre Unantastbarkeit als oberstes Prinzip unseres Zusammenlebens verstanden wird, so sehr wird sie täglich auf die Probe gestellt. Das „Antasten“ der Würde ist gegenwärtig – in autoritären Staaten und Krisenregionen, aber eben auch in gefestigten Gesellschaften, in unserem Alltag. Eine Zukunft der Würdelosigkeit stehe uns bevor, heißt es mancherorts, gleichzeitig sehen wir umfangreiche gesellschaftliche Anteilnahme, persönliche Hilfsbereitschaft und Empathie.

Für uns mehr als Grund genug, die Würde genauer zu betrachten und ihr in der künstlerischen Auseinandersetzung gemeinsam mit Ihnen, unserem Publikum, bei den Movimentos Festwochen 2018 das ihr gebührende Gewicht einzuräumen. Von der Apokalypse des Johannes bis zur klassischen Feier der Menschenwürde in Schillers Balladen befasst sich das Wortprogramm mit dem Festwochen-Thema. In seiner jüngsten „Autobiography“ entschlüsselt Wayne McGregor in einer choreografischen Versuchsanordnung die Würde als DNA des menschlichen Seins. Lin Hwai-min und sein Cloud Gate Dance Theatre formulieren mit dem Zerfall der Worte und der Sprache den Verlust eines würdigen Seins, während Ina Christel Johannessen dazu aufruft, die Würde der Schöpfung zu wahren. Jugendliche und junge Erwachsene erarbeiten tänzerisch in der Movimentos Akademie ihren Zugang zum Thema. Gregory Porters Musik erzählt mit Witz und Charme vom wirklichen Leben und William Youn zeigt uns auf seine ganz persönliche Weise die Modernität von Mozart und Schubert. In einem öffentlichen Podiumsgespräch soll der Frage nach dem Wert der Menschenwürde und ihren Herausforderungen in der Gegenwart nachgegangen werden. Denn: Die Würde zu achten und zu schützen ist nicht nur Verpflichtung aller staatlichen Gewalt – sondern unser aller Aufgabe.