zurück 14. Mai 2012 / 20.00 Uhr

Schluss mit den Meisterwerken

Konzertante Aufführung mit Thomas Thieme und Gerhard Ahrens

 

Foto: Thorsten Stapel

Hier werden Wissen und Weisheit zu Ende und zu Grunde gedacht. Dieser Abend ist kein Sonntagsspaziergang. Er ist – bei aller stupenden schauspielerischen Leistung eines Thomas Thieme – in Stil und Sperrigkeit des Wortes eine Herausforderung an den Zuschauer. Antonin Artaud, einer der Wegbereiter des modernen Theaters, will „Schluss machen mit dem Aberglauben der Texte und der geschriebenen Poesie”. Fast besessen ist er auf der Suche nach Provokation in einem Theaterbetrieb der Meisterwerke mit ihrem Gültigkeitsanspruch, denn für ihn sind sie Komplizen der Macht.

Heiner Müllers Hamletmaschine versteht sich als „postdramatisches Traktat” zu Shakespeares Hamlet. Ausdrücklich bezieht er sich auf das von Artaud postulierte „Theater der Grausamkeit”, das für ihn zugleich das Ende von Theater bedeutet. Heiner Müller: „Bei Hamletmaschine gibt es so verzweifelte Regieanweisungen, die alle unrealisierbar sind, ein Symptom dafür, dass ich dafür keine Realisierungsmöglichkeit mehr phantasieren kann und keinen Raum mehr sehe, in dem das geht. Das heißt im Grunde, das sind Stücke oder Texte, deren einziger Schauplatz zum Beispiel mein Gehirn ist. Das ist der Kern dieser Theaterprovokation von Artaud.”

Weitere Informationen
 
Beginn: 20.00 Uhr | Ort: 360°-Kino
Texte von Antonin Artaud und aus Heiner Müllers Die Hamletmaschine

Eine Koproduktion der Movimentos Festwochen mit der Stiftung Schloss Neuhardenberg
 

Tickets

Karten für die Veranstaltungen der Movimentos Festwochen 2012 sind ab dem 16. Januar 2012 erhältlich.

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