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Rückblick

5. bis 7. April - 20:00 Uhr
Kraftwerk

Foto: Matthias Leitzke

BALLET BC

5. bis 7. April 2018, 20:00 Uhr, KraftWerk
Werkeinführung am 5. April um 19:15 Uhr im KraftWerk mit Bernd Kauffmann und Jürgen Wilcke

DAS PROGRAMM

16+ a room (Deutschlandpremiere)
Choreografie: Emily Molnar in Zusammenarbeit mit den Tänzern des Ballet BC
Musik: Arrangement und Komposition von Dirk P. Haubrich
Lichtdesign: Jordan Tuinman
Lichtregie: James Proudfoot
Kostüme: Kate Burrows

Dauer: ca. 26 Minuten
Weltpremiere: 17.10.2013, Ballet BC

Komplexe choreografische Studien zu Zeit, Veränderung und Stillstand prägen Emily Molnars einzigartige Formensprache, mit der sie die Zeit sichtbar macht und in der Zwischenräume ebensolche Bedeutung erlangen wie der ausgefüllte Raum. In ihrer Choreografie „16+ a room“ – inspiriert von den Werken der Autorinnen Jeanette Winterson und Emily Dickinson – schafft Molnar zu treibenden Arrangements des deutschen Komponisten Dirk Haubrich eine Welt für 16 Tänzerinnen und Tänzer, die einen gleichzeitig die Freiheit wie das Verschwinden erspüren lässt. Die Choreografie zeichnet sich durch eine immense Dynamik aus, in der selbst bewegungslose Momente von einem nahezu unsichtbaren Tremor, einem rhythmischen Zittern der Körper zum pulsieren gebracht werden.

Bill
Choreografie & Kostüm: Sharon Eyal & Gai Behar
Musik und Sounddesign: Ori Lichtik
Licht: Omer Sheizaf
Einstudierung: Osnat Kelner

Spieldauer: ca. 30 Minuten
Weltpremiere: 5. Mai 2010, Batsheva Dance Company

Die Choreografie „Bill“, eine raue, intensive Mischung aus Tanz, Musik und Design, lässt eine sehr eigene Welt entstehen. Sie zeigt die für Sharon Eyals und Gai Behars Arbeiten bezeichnenden Verschiebungen von großen zu kleineren Gruppen, aus denen sich atemberaubende Soli entwickeln. Von den Tänzerinnen und Tänzern erfordert sie komplexe und zugleich präzise Bewegungen: Die menschliche Anatomie wird auf kühne Weise genutzt, indem Körper sich grotesk verdrehen und wie aus Gummi erscheinen lassen. Zugleich entwickelt sich eine mitreißende Heiterkeit, eine fast übermütige und sinnliche Freude am Körper und seiner Bewegung.

Die Produktion entstand gemeinsam mit Ori Lichtig, mit dem Eyal und Behar häufig zusammenarbeiten. Seine Uraufführung feierte das Stück 2010 mit der Batsheva Dance Company, die Premiere mit dem Ballet BC fand 2016 statt.

Solo Echo
Choreografie: Crystal Pite
Musik: Johannes Brahms: Auszüge aus zwei Sonaten für Cello und Klavier: Allegro Non Troppo aus op. 38 e-Moll und Adagio Affettuoso aus op. 99 F-Dur. /Yo-Yo Ma (Cello) und Emanuel Ax (Piano)
Bühne: Jay Gower Taylor
Kostüme: Crystal Pite und Joke Visser
Licht: Tom Visser
Einstudierung: Eric Beauchesne

Spieldauer: ca. 20 Minuten
Weltpremiere: 29. Februar 2012, Nederlands Dans Theater

In „Solo Echo“ folgt Crystal Pite ihrem Grundmotiv der lebenslangen künstlerischen Erforschung von Spannung und ihrer Auflösung. Inspirationsquelle für die Choreographie sind zwei Sonaten für Klavier und Cello von Johannes Brahms, die Crystal Pite auf ihrem künstlerischen Weg begleiteten, sowie das Gedicht „Lines for Winter“ von Mark Strand.

Das Allegro aus Opus 38 von Johannes Brahms drückt Leidenschaft und Ausgelassenheit, bisweilen auch aggressive Rücksichtslosigkeit aus. Charaktereigenschaften der Jugend, die sich im 20 Jahre später entstandenen Allegro aus Brahms Opus 99 in Zurückhaltung und Nachdenklichkeit gewandelt haben.
„Solo Echo“ bewegt sich zwischen Aggression und Sehnsucht, zwischen Individuum und Kollektiv auf dem Weg vom Konflikt zur Übereinstimmung.

Gesamtspieldauer: ca. 1 Stunde 45 Minuten einschl. zweier Pausen


Ballet BC wird unterstützt vom Canada Council for the Arts, BC Arts Council und von der Y. P. Heung Foundation

DIE COMPANY
Das im westkanadischen Vancouver beheimatete Ballet BC ist bekannt für seine stilistische wie technische Vielfalt und seine wagemutigen, innovativen Choreografien. Durch sie erweitert es die Grenzen des zeitgenössischen Tanzes, ohne die Wurzeln des klassischen Balletts zu vergessen: Die 20 Tänzerinnen und Tänzer sind im klassischen Ballett wie im zeitgenössischen Tanz ausgebildet und verstehen sich als weltoffene und kritische Künstler, jeder einzigartig in seinem anspruchsvollen Bewegungsvokabular.
Das 1986 gegründete Ensemble steht für die Entwicklung und Produktion neuer Stücke des zeitgenössischen Tanzes ebenso wie für die Ausbildung tänzerischen Nachwuchses in Kanada. Seit 2009 wird die Company von Emily Molnar geleitet und erweiterte unter ihrer Leitung die internationale Zusammenarbeit. Das Repertoire der Company umfasst seitdem eine immer größer werdende Anzahl internationaler Choreografien vom späten 20. Jahrhundert bis zur jüngsten Gegenwart. Unter Emily Molnars Leitung entstanden mehr als 40 neue Produktionen in Kooperation mit großen internationalen Choreografen wie William Forsythe, Cayetano Soto, Itzik Galili, Aszure Barton, Johan Inger, Wen Wei Wang und vielen anderen.

Das Ballet BC kommt nun zum ersten Mal nach Deutschland.

DIE KÜNSTLERISCHE LEITERIN UND CHOREOGRAFIN
„Tanz im besten Sinne ist transformierend. Er kann eine Stadt, einen Raum, eine Person oder eine Sichtweise transformieren. Unser Beitrag zur Gestaltung von Tanz und Kunst ist ein eindeutiger Ausdruck unserer einzigartigen Kommunikation mit ihnen allen – unserer Gemeinschaft“, so Emily Molnar. Die Künstlerische Leiterin und Choreografin des Ballet BC war nach ihrer Tanzausbildung Tänzerin beim National Ballet of Canada und Solistin beim Ballett Frankfurt unter der Leitung von William Forsythe. Auch beim Ballet BC trat sie zunächst als Solistin auf, bevor sie – nach Arbeits- und Studienaufenthalten in Europa, Asien und den USA – 2009 zu dessen Künstlerischer Leiterin ernannt wurde. Zu ihren jüngsten Arbeiten für das Ballet BC gehören „16+ a room“, „RITE“ und „Keep Dreaming, I’m Driving“.

Molnar versteht sich als Mentorin und Trainerin von Tänzern und Choreografen. Sie unterstützt die Erforschung und Weiterentwicklung des Tanzes sowie allgemein der Rolle des Künstlers in der Gesellschaft. Neben ihrer Tätigkeit beim Ballet BC ist Molnar Künstlerische Leiterin des Banff Centre for Arts and Creativity.

DIE CHOREOGRAFEN

Der Konflikt zwischen einander gegenüberstehenden Ideen und Kräften ist das Grundthema der kanadischen Choreografin Crystal Pite. Für diese Auseinandersetzung bedient sich Pite einer experimentellen Tanzsprache, die sie häufig mit Text, digitalen Bildwelten und ungewöhnlichen musikalischen Formen verbindet. Die ehemalige Tänzerin von William Forsythe`s Ballett Frankfurt gab ihr Choreografie-Debüt 1990 am Ballet BC. Heute ist sie Haus-Choreografin beim Nederlands Dans Theater I (seit 2008) sowie Associate Artist am Sadler’s Wells, London (seit 2013).

In Vancouver gründete die Choreografin 2002 ihre Company Kidd Pivot, die von 2010 bis 2012 in Residenz am Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt war. Darüber hinaus schuf Pite Choreografien für das Cullberg Ballet sowie für die Opéra national de Paris und das Royal Ballet am Londoner Opernhaus. 2015 wurde ihr der Laurence Olivier Award (2015) für „Herausragende Leistungen im Tanz“ verliehen.

Die in Jerusalem geborene Sharon Eyal kam 1990 als Tänzerin zur israelischen Batsheva Dance Company und war dort von 2005 bis 2012 als Hauschoreografin tätig. Seit 2009 kreiert sie Choreografien unter anderem für das norwegische Ensemble Carte Blanche – The Norwegian National Company of Contemporary Dance und seit 2013 für das Nederlands Dance Theater. 2017 wurde ihr der renommierte FEDORA Preis verliehen.

Gai Behar, geboren in Jerusalem, ist Musikproduzent und organisierte spartenübergreifende Underground-Events. Seit 2005 arbeitet er mit Sharon Eyal zusammen; seit 2013 firmieren sie gemeinsam unter dem Namen L-E-V. Seine Tänzerinnen und Tänzer versetzt das Duo in eine Kunstwelt, in der sich klassisches Ballett mit der Rave-Kultur verbindet.

Bei den Movimentos Festwochen 2017 tanzte das Nederlands Dans Theater I die Choreografie „Salt Womb“ von Sharon Eyal und Gai Behar.