Mi
21
Do
22
Fr
23
Sa
24
Mo
26
Di
27
Mi
28
Do
29
Fr
30
Sa
31
So
1
Mo
2
Di
3
Do
12
Di
17
Mi
18
Di
24
Mi
25
Do
3
Mo
7
Di
8
Mi
9
Do
10
Fr
11
Sa
12
So
13
Mo
14
Di
15
Mi
16
Do
17
Fr
18
Sa
19
So
20
Mo
21
Di
22
Mi
23
Do
24
 
 
 
 

Rückblick

10. und 11. April - 20:00 Uhr
Kraftwerk

Foto: Matthias Leitzke

COMPANY WAYNE MCGREGOR

10. und 11. April 2018, 20:00 Uhr, KraftWerk
Werkeinführung am 10. April um 19:15 Uhr im KraftWerk mit Bernd Kauffmann und Jürgen Wilcke

DAS PROGRAMM

Autobiography (Koproduktion | Deutschlandpremiere)
Konzeption und Regie: Wayne McGregor
Choreografie: Wayne McGregor in Zusammenarbeit mit den Tänzerinnen und Tänzern der Company
Musik: Jlin
Bühne und Projektion: Ben Cullen Williams
Licht: Lucy Carter
Kostüme: Aitor Throup
Dramaturgie: Uzma Hameed

Spieldauer: ca. 80 Minuten, ohne Pause
Weltpremiere: 4. Oktober 2017, London

Eine Koproduktion der Movimentos Festwochen der Autostadt in Wolfsburg; Studio Wayne McGregor; Sadler’s Wells, London; Les Théâtres de la Ville de Luxembourg; Edinburgh International Festival; Festspielhaus St. Pölten; Carolina Performing Arts at The University of North Carolina at Chapel Hill. Unterstützt von West Kowloon Cultural District, Hongkong; Festival Diaghilev. P.S., Sankt Petersburg; Centro Cultural Vila Flor, Guimarães; Seattle Theatre Group (Musik); Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance, London.

Die Musik von Jlin entstand in Kooperation mit Unsound.

Während Autobiografien normalerweise dazu angelegt sind, ein stringentes lineares Narrativ zur Vergewisserung und Stabilisierung des eigenen Selbst anzulegen – wenn nicht gar zu konstruieren –, interessiert sich der Choreograf Wayne McGregor viel mehr für die Gegenwart als einer multiplen Variable, in der jeder Moment der Entscheidung eine andere mögliche Zukunft eröffnet. Gemeinsam mit den zehn Tänzern seiner Company entwickelte McGregor aus ihn persönlich prägenden Eindrücken und Einflüssen – mithin wegweisenden Erinnerungen – Bewegungsmaterial, das er in 23 „Büchern“ – also Szenen – zusammenfasste. So entstand eine Bibliothek seines Lebens, die ebenso viele Bände beinhaltet wie eine menschliche Zelle an Chromosomenpaaren aufweist. Für McGregor ist das Genom das Narrativ menschlichen Lebens: Durch die DNA ist in jeder Körperzelle das Erbe der Vorfahren archiviert – ebenso wie ein Entwurf der Zukunft, die sich durch den Zusammenfluss physischer, umgebungsbedingter und kultureller Umstände entwickelt. Die Choreografie „Autobiography“ referiert auf das Zufallsmoment innerhalb der Entwicklung eines Individuums, indem sie einen Algorithmus nutzt: Basierend auf Wayne McGregors genetischem Code, den er sequenzieren ließ, bestimmt dieser Algorithmus vor jeder Aufführung, an welcher Stelle welcher Teil der 23 „Bände“ Szenen aus seiner „Lebensbibliothek“ zur Aufführung kommen. Wie die DNA, die kodiert durch ihre vier Proteinbasen A-T-C-G in jedweder beliebigen Kombination unvorstellbare Komplexität aus schlichter Einfachheit entstehen lässt, erfindet sich „Autobiography“ endlos neu. Je nach neu entstehender Kombination der Szenen variieren die dargestellten Bedeutungen und Empfindungen und überlagern sich in Überschreibungen. Es scheint ganz so, als würden verschiedene Leben sichtbar.

DIE COMPANY
Die Company Wayne McGregor erscheint als das natürliche Instrument zur Umsetzung der choreografischen Ideen ihres Gründers: Seit 1992 untersucht das Ensemble – zunächst unter dem Namen Wayne McGregor | Random Dance – die vielfältigen Bewegungsformen des menschlichen Körpers in all seinen Artikulationsmöglichkeiten. So bildete sich ein unverwechselbarer Stil aus physisch anspruchsvollen Choreografien, einer atemberaubenden Tanzsprache und kraftvollen Bildern. In Kooperation mit Wissenschaftlern, Komponisten und bildenden Künstlern entstanden inzwischen über 30 Choreografien. Als innovativster Vertreter des zeitgenössischen Tanzes in Großbritannien wurde das Ensemble 2001 zur Resident Company am Londoner Sadler’s Wells Theatre. Heute bildet die Company das Herzstück des 2017 eröffneten Studios Wayne McGregor in London. Das Studio ist Forschungs- und Entwicklungsstation zugleich: In ihm arbeiten Tänzer, Autoren, Komponisten, Software-Programmierer und Wissenschaftler Seite an Seite, die sich mit dem menschlichen Körper, seinen Bewegungsabläufen, der Biomechanik, der Genetik sowie neurobiologischen Aspekten bis hin zu künstlicher Intelligenz befassen. Daraus entstehen außergewöhnliche Verbindungen zwischen Tanz, bildender Kunst, Film, Musik, Technologie und Wissenschaft. Bei den Movimentos Festwochen war die Wayne McGregor Company – unter ihrem alten Namen Wayne McGregor I Random Dance – bereits 2008 mit der Choreografie „Entity“, 2010 mit „Dyad 1909“ (im Programm „In the Spirit of Diaghilev“ von Sadler’s Wells, London) und 2014 mit „Atomos“ zu sehen.

DER KÜNSTLERISCHE LEITER UND CHOREOGRAF
Der britische Choreograf Wayne McGregor ist bekannt für seine bahnbrechenden Choreografien, in denen er die Bewegungsformen des Körpers in Zeit und Raum untersucht. McGregor, der neben Tanz auch Semiotik studierte, lässt sich von aktuellen Forschungen aus den Bereichen der Technologie, Genetik und Neurowissenschaften nicht nur inspirieren, sondern ist aktiv an ihnen beteiligt. Dies folgt nicht zuletzt seinem Grundverständnis vom Tanz sowohl als physischem wie auch als mentalem Akt, als einer Art physischen Denkens. In diesem Spannungsfeld zwischen Wissenschaften und Künsten entwickelt er vielschichtige Choreografien für seine eigene Company wie auch für namhafte Tanzensembles weltweit sowie für Musicals und Filmproduktionen. Seit 2006 ist er Resident Choreographer des Londoner Royal Ballet – als erster zeitgenössischer Choreograf in dieser Position überhaupt. Er ist Professor für Choreografie am Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance und Träger des Ehrendoktortitels „Doctor of Science“ der Plymouth University. Zu McGregors zahlreichen Auszeichnungen gehört auch der Movimentos Tanzpreis, der ihm 2009 für „Entity“ in der Kategorie „Beste Choreografie“ verliehen wurde.