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Rückblick

5. und 6. Mai - 18:00 Uhr
KraftWerk

Foto: Matthias Leitzke

GRUPO CORPO

5. Mai 2018, 20:00 Uhr und 6. Mai 18 Uhr, KraftWerk
Werkeinführung am 5. Mai um 19:15 Uhr im KraftWerk mit Bernd Kauffmann und Jürgen Wilcke

DAS PROGRAMM

Dança Sinfônica (Deutschlandpremiere)
Choreografie: Rodrigo Pederneiras
Musik: Marco Antônio Guimarães
Bühne: Paulo Pederneiras
Kostüme: Freusa Zechmeister
Licht: Paulo Pederneiras und Gabriel Pederneiras

Spieldauer: 42 Minuten
Weltpremiere: 5. August 2015, Belo Horizonte

„Dança Sinfônica“ wurde 2015 zum 40. Jubiläum von Grupo Corpo uraufgeführt. Leitmotiv der Choreografie ist die Erinnerung: Der langjährige musikalische Wegbegleiter Marco Antônio Guimarães, der die Musiken für so wichtige Arbeiten von Pederneiras wie „21“ und „Bach“ schuf, komponierte für die neue Choreografie eigens eine Sinfonie. Darin verbindet er verschiedene musikalische Zitate und evozierende Passagen aus den Produktionen der jüngeren Company-Geschichte. Die so arrangierten Themen sind für Rodrigo Pederneiras eine ausgezeichnete Ausgangsbasis, die besten Stücke aus der 40-jährigen Geschichte von Grupo Corpo neu auf der Bühne erlebbar zu machen.

Mehr als eintausend private fotografische Schnappschüsse, zusammengetragen aus privaten Sammlungen von Mitarbeitern der Grupo Corpo – von Tänzern über Ballettmeister bis hin zu Technikern und Platzanweisern – bilden die acht mal 16 Meter große Kulisse, die die Stimmung des Stücks vorgibt. Und so entsteht eine Tour d’Horizon durch 40 Jahre Geschichte einer der renommiertesten Companies Brasiliens.

Gira (Europapremiere)
Choreografie: Rodrigo Pederneiras
Musik: Metá Metá
Bühnenbild: Paulo Pederneiras
Kostüme: Freusa Zechmeister
Licht: Paulo Pederneiras und Gabriel Pederneiras

Spieldauer: ca. 38 Minuten
Weltpremiere: 4. August 2017, São Paulo

Grupo Corpos neueste Produktion „Gira“ beschäftigt sich mit den Riten des Umbanda, einer brasilianischen Religion, die sich in den 1920er Jahren in den urbanen Zentren Brasiliens entwickelte. Sie verbindet afro-indigene Glaubenssysteme wie Candomblé und Orixás-Kult mit Katholizismus und Spiritismus zu einer Religion, in der Geister und Naturelemente die Verbindung zum Göttlichen herstellen. Durch Rituale wird eine innerliche Bewegung geschaffen, die universelle Energien in Fluss bringt. Diese Rituale waren Inspirationsquellen für Rodrigo Pederneiras, der in „Gira“ eine vielschichtige Körpersprache aus Bewegungen und Gesten entstehen ließ.

Die Musik der in São Paulo beheimateten Band Metá Metá vereint brasilianischen Folk sowie die Mythen und Rhythmen des Candomblé-Kults mit Avantgarde-Pop und Freejazz. Der Soundtrack ist inspirieret von Eshu, Herr über alle Wege und Wegkreuzungen und über jegliche Ordnung und Unordnung. Er ist verantwortlich für den Lebensweg und das unergründliche Schicksal sowie schalkhafter Bote zwischen der spirituellen und der materiellen Welt.

Gesamtspieldauer: 1 Stunde 45 Minuten einschl. einer Pause

DIE COMPANY
Grupo Corpo vereint die Vielfalt Brasiliens in einer buchstäblich zu einem „Ensemble-Körper“ gewordenen Gemeinschaft. Sie zählt zu den bedeutendsten Tanzensembles des Landes. Sehr bewusst schöpft die Company aus der vielschichtigen brasilianischen Kultur, verfremdet dabei aber Zitate des „typisch Brasilianischen“ auf originelle und ironische Weise. Kombiniert mit den neuesten Strömungen der zeitgenössischen Musik- und Kunstszene entstehen Choreografien, die inhaltlich vom Primitiven bis zum Intellektuellen, vom Traditionellen bis zum Kosmopolitischen reichen.
Paulo Pederneiras gründete Grupo Corpo 1975 in der Millionenstadt Belo Horizonte, Hauptstadt des Bundesstaates Minas Gerais. Gemeinsam mit seinem Bruder, dem Choreografen Rodrigo Pederneiras, entwickelte er den besonderen und einzigartigen Stil des Ensembles: Grupo Corpo überzeugt durch Bewegungen von abstrakter Schönheit und kollektiver Kraft, verbunden mit Präzision und schier unerschöpflicher Energie. Zur Identität des Ensembles gehören auch das Bühnen- und das Lichtdesign, mit denen Paulo Pederneiras den Raum strukturiert und die Bewegungen modelliert.

Darüber hinaus ermöglicht Grupo Corpo durch eine Tanzschule vor allem mittellosen Kindern eine Ausbildung in Musik oder Tanz. Grupo Corpo eröffnete am 25. April 2003 die ersten Movimentos Festwochen und war im Jahr 2008 mit den Choreografien „Breu“ und „Parabelo“ sowie im Jahr 2014 mit „Triz“ und „Ímã“ in Wolfsburg zu Gast.

DER KÜNSTLERISCHER LEITER
Gemeinsam mit seinem Bruder Rodrigo und der Kostümbildnerin Freusa Zechmeister bildet Paulo Pederneiras ein kreatives Team, dem die hohe Qualität von Grupo Corpo zu verdanken ist. In ihm fungiert der Initiator der Company als Künstlerischer Leiter, der mit sensiblem Gespür die weltweiten Entwicklungen des Tanzes verfolgt. Als umsichtiger und ideenreicher Administrator hat er das langjährige Fortbestehen des Ensembles gesichert.

Seiner künstlerischen Gestaltungskraft ist das ausgefeilte Lichtdesign der Inszenierungen zu verdanken. Mit ihm verfeinert er die Choreografien seines Bruders Rodrigo auf effektvolle Weise. Darüber hinaus entwickelte Paulo Pederneiras das Lichtdesign für verschiedene Operninszenierungen und gestaltete Ausstellungen wie „Indigenous and Anthropologic Art“ zur 500-Jahr-Feier Brasiliens in São Paulo.

DER CHOREOGRAF
Seine Ideen zu einem Tanz, der „aus dem Inneren des Körpers kommt“, prägen den Stil des Ensembles: Rodrigo Pederneiras begann als Tänzer bei Grupo Corpo und entwickelt seit 1978 als Choreograf nahezu das gesamte Repertoire des Ensembles. Darüber hinaus choreografierte er weltweit, zum Beispiel für das Ballett der Deutschen Oper Berlin, das portugiesische Gulbenkian Ballet und für Les Ballets Jazz de Montréal.

Die Bewegungssprache von Rodrigo Pederneiras reicht vom klassischen Ballett bis hin zu Tänzen wie Xaxado und Capoeira, welche die Hochkultur unterwandern und ironisch konterkarieren. Basis dieser Sprache ist der konkrete Ausdruck, die energiegeladene Beweglichkeit des Körpers, durch den eine neue Raumdimension auf der Bühne zu entstehen scheint. Seine Choreografien basieren meist auf der Musik lateinamerikanischer Komponisten, die zum Teil eigens für die Produktionen entstehen.