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Programm

22. April - 18:00 Uhr
Braunschweiger Dom 
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Fotos: Stefan Klüter / photoselection; Mathias Bothor; Oliver Rath

DAS VERLORENE PARADIES

Ein Oratorium des Wortes

Collage mit Claudia Michelsen, Burghart Klaußner und Alexander Scheer
an der Orgel: Witold Dulski
eingerichtet von Peter Ries und Bernd Kauffmann

Der Inhalt / Die Autoren
Dass dem menschlichen Sein etwas innewohnt, das wir heute Würde nennen, ist eine sehr alte zivilisatorische Erkenntnis. Über Jahrtausende definierten vor allem Machtverhältnisse den Grad an Menschenwürde, der einem Individuum zustand. Zu allen Zeiten haben vornehmlich die Dichter und Philosophen ihre Stimme erhoben, wenn die Lebensumstände und der Fortschritt den Menschen ihren Anstand, ihren Zusammenhalt und ihre Selbstachtung raubten oder sie sich untereinander in Würdelosigkeit begegneten. In einer Collage, deren Titel auf John Miltons episches Gedicht „Paradise Lost“ Bezug nimmt, begleitet und vertieft durch Orgelkompositionen Johann Sebastian Bachs, wird der Zustand der Würde in den Zeitläuften und ihre fatale Ambivalenz von Fortschritt und Verlust umkreist. Dichter und Philosophen wie William Shakespeare, Georg Diez, Johann Wolfgang von Goethe, Hans Blumenberg, Karate Andi, Bruno Latour, Max Frisch, Martin Luther, Charles Baudelaire, Jack Kerouac, Christian Kracht, Paul Valéry, Barbara Vinken und Dieter Henrich kommen zu Wort und gehen der Bedeutung der Würde in Zeiten der Migrationen, der Entwurzelung, der Bedrohung der Natur bis hin zur Digitalisierung alles Irdischen nach. Die Genese eines Kernbegriffs der menschlichen Zivilisation ist zugleich die Vergewisserung humaner Ressourcen zur Rettung der Würde als wichtigster Impulsgeber zur Rettung und Bewahrung der Schöpfung.

Die Interpreten
Mit großer Sensibilität verkörpert Claudia Michelsen Frauen in Grenzsituationen: Für ihre Rollen in den Literaturverfilmungen „Der Turm“ und „Grenzgang“ erhielt sie neben weiteren Auszeichnungen jeweils den Grimme-Preis. Seit 2013 ermittelt die Schauspielerin für „Polizeiruf 110“ in Magdeburg. Unter der Regie von Wolfgang Peters drehte sie 2015 den Kinofilm „Vier gegen die Bank“, 2017 war sie im Fernsehdreiteiler „Der gleiche Himmel“ von Oliver Hirschbiegel zu erleben. Bei den Movimentos Festwochen trat Claudia Michelsen zuletzt 2016 in „Ende einer Liebe“ von Pascal Rambert und Kurt Tucholskys „Rheinsberg“ sowie 2017 in „Luthers Freiheit“ auf.

Burghart Klaußner spielte an namhaften Theatern in Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main und Zürich. Mehrfach ausgezeichnet wurde seine Darstellung der Titelrolle in dem Spielfilm „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (Regie: Lars Kraume) aus dem Jahr 2015; im selben Jahr stand Klaußner in „Elser – Er hätte die Welt verändert“ sowie in Steven Spielbergs „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ vor der Kamera. Für seine herausragende Verkörperung des Dorfpastors in Michael Hanekes oscarnominiertem Kinofilm „Das weiße Band“ erhielt er 2009 den Preis der deutschen Filmkritik. Seit 2010 tritt Burghart Klaußner auch bei den Movimentos Festwochen auf, zuletzt in den szenischen Lesungen „Lob der Toleranz“ (2013) sowie „Luthers Freiheit“ (2017).

Alexander Scheer spielte seit 1999 am Schauspielhaus Bochum unter der Intendanz von Leander Haußmann. Einem großen Publikum wurde der Autodidakt durch Haußmanns Roman-Verfilmung „Sonnenallee“ bekannt. Es folgten Engagements am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Schauspielhaus Zürich, am Wiener Burgtheater sowie an der Volksbühne Berlin, wo er zuletzt den Lord Byron in Frank Castorfs „Faust“ gab. Zu seinen letzten Kinofilmen gehören „Tschick“ (Fatih Akin, 2016) sowie die Titelrolle in „Gundermann“ (Andreas Dresen, 2018). Für „Kean“ in Frank Castorfs Volksbühneninszenierung von 2008 wurde Alexander Scheer von „Theater heute“ zum Schauspieler des Jahres gewählt. Bei den Movimentos Festwochen 2014 wirkte Alexander Scheer in der Inszenierung von Edward Albees „Die Zoogeschichte“ sowie 2015 in der Lesung aus Ágota Kristófs „Das große Heft“ mit.

Witold Dulski ist als Kantor und Organist am Dom St. Blasii zu Braunschweig, musikalischer Leiter der Braunschweiger Domsingschule und als Dozent im Fach Liturgie im Predigerseminar der Braunschweiger Landeskirche tätig. Der gebürtige Pole studierte Klavier an der staatlichen Musikakademie in Gda?sk sowie an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Dulski tritt europaweit als Konzertpianist und -organist sowie als Dirigent auf und wirkt an Rundfunk- und CD-Aufnahmen sowie bei Liveübertragungen mit. Bei den Movimentos Festwochen begleitet er seit 2012 als Organist die Lesungen im Braunschweiger Dom.