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Programm

19. bis 22. April - 20:00 Uhr
Kraftwerk 
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Foto: Peter Greig

SYDNEY DANCE COMPANY

19. - 21. April 2018, 20:00 Uhr, und 22. April 2018, 18:00 Uhr, KraftWerk
Werkeinführung am 19. April um 19:15 Uhr im KraftWerk mit Bernd Kauffmann und Jürgen Wilcke.

DAS PROGRAMM

Frame of Mind (Europapremiere)
Choreografie: Rafael Bonachela
Bühne und Kostüme: Ralph Myers
Kostümherstellung: Aleisa Jelbart
Licht: Benjamin Cisterne
Komposition: Bryce David Dessner: Aheym for String Quartet, Little Blue Something und Tenebre eingespielt vom Kronos Quartet
Dramaturgie: Samuel Webster

Spieldauer: ca. 33 Minuten
Weltpremiere: 6. März 2015, Sydney

Mit „Frame of Mind“ rückt Rafael Bonachela die Komplexität menschlicher Emotionen in den Fokus: Die Choreografie sei inspiriert von dem Wunsch, an zwei Orten zugleich zu sein, sowie von dem Wunsch, ohne Worte verstanden zu werden. Als Bühnenbild dient ein Innenraum – ein leicht heruntergekommenes, aber atmosphärisches Atelierloft. Durch ein großes, seitlich angebrachtes Fenster fällt Licht: Der Wandel vom strahlenden Sonnenschein bis zum melancholischen Mondlicht dient sowohl als Metapher für das Vergehen der Zeit als auch für den Wechsel von Stimmungen. In diesen Raum setzt Bonachela eine Choreografie, die ebenfalls starke Emotionen weckt. Energiegeladene, bisweilen raue Sequenzen mit dem gesamten Ensemble fordern die Grenzen des Körperlichen heraus und wechseln mit intimen, flüssigen Duetten. Die Musik ist komponiert vom Mitglied der New Yorker Band „The National“ Bryce Dessner und wurde vom Kronos Quartet eingespielt. Bei der Verleihung des renommierten Helpmann Awards gewann die Choreografie 2015 die Preise in den Kategorien „Best Ballet or Dance Work“ und „Best Choreography“.

Wildebeest (Deutschlandpremiere)
Choreografie: Gabrielle Nankivell
Komposition und Sound Design: Luke Smiles, motion laboratories
Kostüm: Fiona Holley
Licht: Benjamin Cisterne

Dauer: ca. 30 Minuten
Weltpremiere: 5. November 2014, Sydney

Wildebeest wurde 2014 für das Nachwuchsprogramm „New Breed“ der Sydney Dance Company produziert und durch The Balnaves Foundation ermöglicht.

In „Wildebeest“ (zu Deutsch: Gnus) stellt die Choreografin Gabrielle Nankivell die ursprünglichsten Impulse und animalischen Instinkte des Menschen der routinierten und gezähmten Kultiviertheit modernen Lebens gegenüber. Verhalten sich die Tänzerinnen und Tänzer zunächst wie Herdentiere, die in der Gruppe nach Sicherheit suchen oder auch grausam um die Vorherrschaft kämpfen, verwandeln sie sich später in automatenähnliche Wesen. Trotz ständig lauernder Gefahren von außen und innen schildert die Choreografie das „primitive“ Leben in einer spannungsgeladenen, individuellen Bewegungssprache, während dem „bewussten“ Menschen höchst kontrollierte und sich stets wiederholende, eintönige Bewegungen in einer Masse zugeschrieben werden.
Die Choreografie entfaltet sich zur Musik von Luke Smiles, mit dem Nankivell seit einigen Jahren zusammenarbeitet. Die von ihm geschaffene Klangwelt reicht von satten, naturhaften Lauten bis zu sterilen elektronischen Impulsen, die sich bis zu einem fast schmerzhaften Crescendo steigern.

Lux Tenebris

Choreografie: Rafael Bonachela
Kostüm: Aleisa Jelbart
Licht und Bühne: Benjamin Cisterne
Musik und Komposition: Nick Wales
Musik Mix: Bob Scott
Toningenieure: Ilia Bezroukov, David Trump
Elektrische Violine: Veronique Serret
Elektrisches Cello: Kate Moore
Kontrabass: Maxime Bibeau
Percussion: Laurence Pike

Spieldauer: ca. 35 Minuten
Weltpremiere: 29. Februar 2016, Sydney

„Lux Tenebris“ – Licht in der Dunkelheit – zeigt eine Welt dunkler Schatten und flackernden Lichts. Bonachela lotet hier die Extreme menschlicher Erfahrung aus: Welchen Einfluss hat die Dunkelheit auf menschliche Emotionen und Wahrnehmungen? Wie verändern sie sich in jenen spärlich gesetzten Punkten von Helligkeit? Welche Auswirkungen haben beide auf die instinktive Verbindung zwischen Menschen? Dabei fordert die Choreografie das körperliche und tänzerische Können des Ensembles heraus. Szenen en groupe werden voll furioser Energie oder mit fast technoidem Charakter getanzt, um dann von zarten, intimen Soli und Duetten abgelöst zu werden. Begleitet wird die Choreografie von einer elektronischen Klanglandschaft von Nick Wales; ein „musikalisches Tauziehen“ (Wales), das den Kampf zwischen Licht und Dunkel illustriert.

Gesamtspieldauer: 2 Stunden 18 Minuten, einschl. zweier Pausen


DIE COMPANY
Fließende, schwebende und zugleich kraftvoll den Raum durchmessende Bewegungen bei vollendeter Körperbeherrschung machen die Sydney Dance Company unverwechselbar. Dabei zeigt sie eine innere Harmonie, die sie vielschichtige Szenen klar umrissen auf die Bühne bringen lässt. So entwickelte sie sich in den vergangenen Jahren zu Australiens angesehenster Company.

Die Sydney Dance Company, gegründet 1969, erarbeitete bis 2007 unter dem Australier Graeme Murphy ein eher neoklassisches Repertoire. Eine Neuausrichtung verwirklichte der Choreograf Rafael Bonachela, der 2009 die Künstlerische Leitung des Ensembles übernahm. Es entstand ein neues Repertoire, in dem der zeitgenössische Tanz im Fokus steht und das Choreografien von Bonachela sowie international renommierter Gastchoreografen wie William Forsythe, Kenneth Kvarnström und Emanuel Gat enthält.

Darüber hinaus verantwortet die Company das größte öffentliche Tanzprogramm Australiens, in dem jährlich 80.000 Teilnehmer mit dem Tanz vertraut gemacht werden. Das landesweite Studienprogramm bietet einen methodischen Lehrplan an, der sich sowohl an Interessierte und Studierende wie auch an professionelle Tänzer richtet.

Die Sydney Dance Company war 2011 mit den Bonachela-Produktionen „6 Breaths“ und „LANDforms“ sowie 2015 mit „2 One Another“ bei den Movimentos Festwochen zu erleben.

DER KÜNSTLERISCHE LEITER UND CHOREOGRAF

Die ebenso mitreißenden wie kunstvollen Choreografien Rafael Bonachelas zeichnen sich durch Kraft und Subtilität, Spannungsreichtum und eine komplexe Tanzsprache aus. Der gebürtige Spanier bezeichnet sich selbst als „movement junkie“, der Bewegungen in all ihren Ausformungen untersucht und mit ihnen experimentiert.

Bonachela tanzte ab 1992 bei der Londoner Rambert Dance Company und wurde dort 2003 zum Associate Choreographer ernannt. Rasch etablierte er sich als dynamischer und innovativer Choreograf, dessen Stil sich durch einen originellen Brückenschlag zwischen Hoch- und Popkultur auszeichnet. 2006 gründete er die Bonachela Dance Company, zudem gestaltete er Bühnenshows für Kylie Minogue, Tina Turner und andere Popgrößen. Mit „360°“ schuf er seine erste Choreografie für die Sydney Dance Company und wurde 2009 zu ihrem Künstlerischen Leiter ernannt.

DIE CHOREOGRAFIN
Formen der Erfahrung sowie das Leben im Wandel und in der Unbeständigkeit bilden die Grundgedanken der australischen Choreografin Gabrielle Nankivell. Ihre choreografische Arbeit fordert sowohl Imaginationskraft und Emotionen als auch die intellektuelle Auseinandersetzung des Publikums heraus. Als Ausgangspunkt dienen Nankivell meist eigene Texte, in denen sie Wahrnehmungen ausformuliert. Die Melodie der Sprache sowie den Rhythmus der Sätze überträgt sie dann auf den Körper, transformiert die Worte in Bewegungen.
In Australien ausgebildet, arbeitete die Tänzerin und Choreografin einige Zeit in Europa, unter anderem in Slowenien, Portugal und Belgien. Neben ihren choreografischen Projekten ist sie als Bewegungsberaterin für Bühnen- und Filmproduktionen tätig. Ihre 2014 für die Sydney Dance Company entstandene Choreografie „Wildebeest“ wurde von Dance Australia Critics zur „besten neuen Arbeit“ gekürt.

Mit dem Komponisten und Sounddesigner Luke Smiles verbindet sie eine kontinuierliche Zusammenarbeit.