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Programm

1. und 2. Mai - 20:00 Uhr
Kraftwerk 
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Foto: Antero Hein

ZERO VISIBILITY CORP

1. und 2. Mai 2018, 20:00 Uhr, KraftWerk
Werkeinführung am 1. Mai um 19:15 Uhr im KraftWerk mit Bernd Kauffmann und Jürgen Wilcke

DAS PROGRAMM

Frozen Songs (Deutschlandpremiere)
Choreografie: Ina Christel Johannessen
Multimedia: Feng Jiangzhou und Zhang Lin, Sifenlv New Media
Musik: Frederik Meulyzer and Koenraad Ecker, Stray Dogs
Bühne: Kristin Torp / Graa Hverdag AS
Kostüm: Kathrine Tolo / Norsk Kunststoff AS
Licht: Nico Benz

Besetzung: Line Tørmoen, Pia Elton Hammer, Ole Kristian Tangen, Valtteri Raekallio, Daniel Whiley, Fan Luo, Anton Borgström

Text: Oda Fiskum
Sänger: Aksel Rykvim
Filmsequenzen / Stills: Yaniv Cohen

Spieldauer: 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

Weltpremiere: 7. September 2017, Tromsø

Produziert von zero visibility corp., Oslo, The Arctic Theatre, Tromsø, Ibsen International, Peking in Koproduktion mit Dansens Hus, Oslo; La Briqueterie, Paris; Arts Printing House, Vilnius.

zero visibility corp. wird unterstützt durch den Norwegian Arts Council.

Für Ina Christel Johannessen und ihre zero visibility corp begann die Arbeit an „Frozen Songs“ mit einer Reise zu der hoch im Norden, auf der Inselgruppe Svalbard (deutsch: Spitzbergen), im Nordpolarmeer gelegenen Global Seed Vault, dem Weltweiten Saatgut-Tresor. Seit 2008 lagert tief in einem Berg inmitten des Permafrosts dort das Saatgut der wichtigsten Nutzpflanzen der Menschheit, geschützt vor Katastrophen wie Klimawandel oder Atomkrieg. Inzwischen hat der Betreiber der Anlage, der Welttreuhandfonds für Kulturpflanzenvielfalt (Global Crop Diversity Trust, GCDT), 80.000 tiefgekühlte Samen von über 5.200 Pflanzen eingelagert.

Ziel ist es, Samenproben von 4,5 Millionen Pflanzen zusammenzutragen und dort für immer aufzubewahren. Die Anlage ist so fest gebaut, dass sie auch ein Aussterben der Menschheit überstehen würde. Das aufbewahrte Leben der Gegenwart könnte so zur Quelle zukünftigen Lebens werden, falls eine Katastrophe die menschliche Zivilisation vernichten sollte.

Die Stimmung zu Beginn von „Frozen Songs“ mag apokalyptisch sein. Die Endzeit scheint angebrochen. Was diese Apokalypse ausgelöst hat, bleibt im Dunkeln – vielleicht hat die Menschheit auch nur so weitergemacht wie heute. In jedem Fall wirken die Akteure verwirrt und ratlos und agieren in einer kargen, zerstörten Landschaft. Sie scheinen der Gewalt einer zornig wirkenden Natur ganz und gar ausgeliefert zu sein. Am Ende des Stückes taucht Hoffnung auf – nicht zuletzt dank der Samen aus Svalbard. Sie könnten die Basis dafür sein, dass nach dem Ende ein neuer Anfang kommt. Und so ist „Frozen Songs“ ein Gedicht über das Leben, indem es der Macht des Werdens ein Denkmal setzt.

Ina Christel Johannessen hat mit den chinesischen Video-Künstlern Feng Jiangzhou und Zhang Lin sowie dem belgischen Musik-Duo Stray Dogs und ihrem Ensemble zero visibility corp. eine multimediale Inszenierung geschaffen, deren Leitmotiv das Überleben ist.

DIE COMPANY
Die norwegische zero visibility corp. gehört seit einigen Jahren zu den wichtigen Tanzensembles Europas. Gegründet 1996 von der Choreografin Ina Christel Johannessen, steht das Ensemble für Modernität in höchster künstlerischer Qualität. Sehr bewusst setzt Ina Christel Johannessen auf die Gegensätze des zeitgenössischen Tanzes zwischen minimalistischer Avantgarde und Ansätzen der Popkultur und verbindet beide miteinander. Besondere Beachtung innerhalb der internationalen Tanzszene fand das Ensemble mit seiner Produktion „... it’s only a rehearsal“ von 2003, die noch gut zehn Jahre später Publikum und Kritik im Londoner Sadler’s Wells begeisterte. Bereits zu der Zeit arbeitete das Ensemble mit der Verbindung von ästhetischen Antagonismen und einer kraftvollen, theatralischen Körpersprache, die auch die nachfolgenden Stücke Johannessens ausmachen. Die Choreografien von zero visibility corp. beinhalten stets improvisatorische Elemente und entstehen in engem Zusammenspiel mit dem Bühnen- und Lichtdesign sowie einer experimentellen elektronischen Klanglandschaft. Dies konnten die Gäste der Movimentos Festwochen 2011 mit der Choreografie „Now she knows“ erleben.

DIE KÜNSTLERISCHE LEITERIN UND CHOREOGRAFIN

Die Choreografien von Ina Christel Johannessen sind von einer hohen physischen Energie getragen, die sich mit poetischen, bisweilen auch sehr theatralen oder performativen Elementen verbinden. Film und Literatur, insbesondere aber die Komplexität menschlichen Lebens und Verhaltens bilden die Quellen ihrer Arbeiten. Charakteristisch für Johannessens Choreografien ist inhaltliche und ästhetische Ambivalenz, die das Publikum auf unterhaltsame Weise in seinen Gewissheiten irritiert. Johannessen arbeitet häufig mit Vertretern der experimentellen elektronischen Musik zusammen; für die Choreografie „Frozen Songs“ war dies das Duo Stray Dogs aus Belgien. Eine künstlerische Verbindung, die die Gäste der Movimentos Festwochen bereits 2015 kennenlernten, als Johannessens Choreografie „Wasteland“ von der GöteborgsOperans Danskompani aufgeführt wurde.

Ina Christel Johannessen studierte am National College of Performing Arts in Oslo, wo sie heute Choreografie unterrichtet. Seit 1992 hat sie Arbeiten für zahlreiche Tanzensembles entwickelt, darunter Les Ballets de Monte Carlo und das Cullberg Ballett. 1996 gründete Johannessen das Ensemble zero visibility corp.