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Rückblick

1. Mai - 20:00 Uhr
Panoramakino

Foto: Sebastian Bisch

ARABISCHE APOKALYPSE
von Etel Adnan
Aus „In einer Kriegszeit leben“ und „Arabische Apokalypse“

Lesung mit Corinna Harfouch und Hannes Gwisdek (Sound)
Eingerichtet von Gerhard Ahrens

Im Anschluss an die Lesung findet ein Gespräch mit Corinna Harfouch und Hanna Mittelstädt (Edition Nautilus) statt.

Moderation: Bernd Kauffmann

Aufführung am 01.05.2017 um 20:00 Uhr im Panoramakino

DER INHALT
Mit „Arabische Apokalypse“ schuf Etel Adnan einen Zyklus von 59 Gedichten über den ersten libanesischen Bürgerkrieg, der von 1975 bis 1990 wütete. Durch die Auswirkungen der noch immer instabilen Lage Libanons nach weiteren Kriegen und Krisen auch nach dem „Arabischen Frühling“ und die gegenwärtig unkalkulierbare Entwicklung im arabischen Raum haben Adnans poetische Texte auch heute eine brisante Aktualität. In fast synästhetischer Sprache schildert sie die apokalyptische Gewalt der Auseinandersetzungen, beschreibt sie als grausame Raserei und zerstörerische Ignoranz. Es sind Abgesänge voll von staunendem Registrieren und lakonischem Aberwitz, in denen die Revolution, aber auch der herbeigesehnte Frieden nicht als politisch begrenzte Ziele beschrieben werden, sondern stets in der momentanen Lebenswelt des Einzelnen gegenwärtig sind. Der Gedichtzyklus entstand in französischer Sprache und wurde 1980 erstmals veröffentlicht. Die deutsche Übersetzung erschien 2012. Etel Adnan zählt „Arabische Apokalypse“ neben ihrer Erzählung „Sitt Marie-Rose“ von 1977 zu ihren wichtigsten Büchern. Der Text „In einer Kriegszeit leben“ stammt aus Adnans Buch „Im Herzen des Herzens eines anderen Landes“, das Essays und autobiografische Schriften vereint. Es erschien 2004 in deutscher Sprache.

DIE AUTORIN
Etel Adnan gehört zu den großen kosmopolitischen Künstlern unserer Zeit und macht mit Gedichtzyklen, literarischen Texten und Malerei auf sich aufmerksam. 1925 in Beirut als Tochter einer griechischen Christin und eines syrischen Moslems in türkischen Diensten geboren, wuchs sie mit griechischer und türkischer Muttersprache in einer arabisch sprechenden Umwelt auf, ihr Schulunterricht wurde in Französisch, ihrer ersten literarischen Sprache, abgehalten. In den 1950er Jahren studierte Adnan Philosophie in Paris, Berkeley und Harvard und unterrichtete selbst lange Zeit in Kalifornien. 1972 kehrte Adnan als Feuilletonredakteurin in den Libanon zurück, verließ das Land jedoch aufgrund des Bürgerkriegs 1976 erneut. Heute lebt sie in Paris.

DIE INTERPRETEN
Konsequent verkörpert Corinna Harfouch die Extreme der menschlichen Existenz, die ihre Darstellung immer wieder zur Gratwanderung zwischen den Abgründen des Lebens macht. Harfouch wurde in der DDR und nach der Wende in der Bundesrepublik Deutschland zu einer gefeierten Schauspielerpersönlichkeit, der 1996 der Gertrud-Eysoldt-Ring verliehen wurde. Parallel zu ihrer Bühnenkarriere beeindruckte Harfouch auch in Kino- und TV-Produktionen.

Der Musiker und Schauspieler Hannes Gwisdek, Sohn von Corinna Harfouch und Michael Gwisdek, komponiert Musik für Theater und Film. Unter dem Namen Shaban veröffentlicht er eigene Alben, die sich mit satten Bässen, Hip-Hop und komplizierten Beats präsentieren. Zusammen mit Corinna Harfouch gestaltete er 2016 einen literarisch-musikalischen Abend zu Etel Adnans „Nacht“ an der Berliner Volksbühne.

Die Hamburgerin Hanna Mittelstädt ist Mitbegründerin und Lektorin der Edition Nautilus.