Sa
8
So
9
Mo
10
Di
11
Mi
12
Do
13
Fr
14
Sa
15
So
16
Mo
17
Di
18
Mi
19
Do
20
Di
25
Mi
26
Di
2
Mi
3
Mi
17
Mo
22
Di
23
Mi
24
Do
25
Fr
26
Sa
27
So
28
Mo
29
Di
30
Mi
31
Do
1
Fr
2
Sa
3
So
4
Mo
5
Di
6
Mi
7
 
 
 
 

Rückblick

18.-20. Mai - 20:00 Uhr
KraftWerk

Foto: Andreas Beetz

COMPANY: GÖTEBORGSOPERANS DANSKOMPANI und EASTMAN

Choreografie: Noetic

Choreograf: Sidi Larbi Cherkaoui
Musik: Szymon Brzóska
Gesang: Miriam Andersén
Schlagwerk, Harfe: Tsubasa Hori
Choreografische
Spieldauer: ca. 55 Minuten

Choreografie: Icon (Deutschlandpremiere)

Choreograf: Sidi Larbi Cherkaoui
Musik, Gesang und Sanshin: Anna Sato
Musik und Gesang: Patrizia Bovi
Musik und Percussion: Gabriele Miracle
Musik (Shinobue) and Percussion (taiko): Kazunari Abe
Musiker, Traditionelle Koreanische Saiteninstrumente: Woojae Park
Spieldauer: ca. 65 Minuten

Icon ist eine Produktion der GöteborgsOperans Danskompani mit EASTMAN in Koproduktion mit den Movimentos Festwochen, deSingel International Arts Campus – Antwerpen, De Munt La Monnaie– Brüssel, Sadler’s Wells – London, Les Theatres de la Ville de Luxembourg, La Villette – Paris, Migros kulturprozent Tanzfestival Steps – Zürich

Gesamtspieldauer: ca. 2 Stunden 40 Minuten (einschl. einer Pause von 40 Minuten)

Aufführungen am 18.05., 19.05. und 20.05.2017 um 20:00 Uhr im KraftWerk
Werkeinführung am 18. Mai 2017 um 19:15 Uhr im KraftWerk mit Bernd Kauffmann und Jürgen Wilcke

DIE COMPANYS

Die GöteborgsOperans Danskompani verfügt über eine große technische wie künstlerische Vielfalt. Durch sein tänzerisches Können gelingt es dem Ensemble, die individuellen Charakteristika der Arbeiten unterschiedlichster Choreografen – darunter Sidi Larbi Cherkaoui, Saburo Teshigawara und Marie Chouinard – erlebbar zu machen. Zugleich füllen die Tänzerinnen und Tänzer auch abstrakte Formensprachen mit leidenschaftlicher Expressivität.

Dem Movimentos-Publikum ist die GöteborgsOperans Danskompani, wie sie seit 2011 heißt, bereits unter ihrem vormaligen Namen Göteborg Ballet bekannt: Das Ensemble war 2008 mit drei Choreografien zu Maurice Ravels „Boléro“ in der Autostadt zu erleben. Der neue Name macht nun auch nach außen deutlich, dass das Ensemble sich bereits seit den 2000er Jahren von einem renommierten klassischen Ballettensemble zu einer der wichtigsten und experimentierfreudigsten Companies des zeitgenössischen Tanzes entwickelt hat. 2015 war die GöteborgsOperans Danskompani mit der konsumkritischen Choreografie „Wasteland“ von Ina Christel Johannessen zu Gast bei den Movimentos Festwochen.

Im Januar 2010 gründete Sidi Larbi Cherkaoui seine Company Eastman, eine wörtliche Übersetzung seines arabischen Familiennamens. In Antwerpen angesiedelt, ist Eastman das Zentrum der vielseitigen Projekte und Kooperationen, die Cherkaoui in den Bereichen Tanz, Theater, Oper und anderen performativen Formen erarbeitet.

DIE KÜNSTLERISCHE LEITERIN DER GÖTEBORGSOPERANS DANSKOMPANI
Im August 2016 übernahm die isländische Tänzerin und Choreografin Katrín Hall die Künstlerische Leitung der GöteborgsOperans Danskompani. Hall begann ihre Karriere als Tänzerin bei der Iceland Dance Company und trat in Deutschland beim Tanzforum in Köln auf. Von 1996 bis 2012 war sie die Künstlerische Leiterin der Iceland Dance Company. Sie schuf zahlreiche Choreografien für das Ensemble und involvierte Gastchoreografen sowie Künstler aus den Bereichen Musik und Film.

DER KÜNSTLERISCHE LEITER VON EASTMAN UND CHOREOGRAF
Sidi Larbi Cherkaoui, Choreograf und Tänzer flämisch-marokkanischer Abstammung, ist bekannt für seine kulturübergreifenden Inszenierungen, in denen er essenzielle Fragestellungen versinnbildlicht: Leichtherzig, aber unmissverständlich behandelt er Themen wie Immigration, Entfremdung und Konsumverhalten und formt Grundfragen unserer Existenz in Tanz um. Zu seinen inzwischen 20 Choreografien gehört die international beachtete Trilogie aus den Arbeiten „Foi“, „Myth“ und „Babel (words)“ über den Themenkomplex Sprache, Nationalität, Identität und Religion. Seit 2008 ist Cherkaoui mit dem Sadler's Wells Theatre in London verbunden, seit 2015 ist er Künstlerischer Leiter des belgischen Ballet Vlaanderen.

Zu Cherkaouis Auszeichnungen zählen der Nijinsky Award 2002 und der Europäische KAIROS-Kulturpreis 2009 sowie der Internationale Movimentos Tanzpreises 2004.  Danach war er mehrfach mit eigenen Produktionen bei den Movimentos Festwochen zu erleben, zuletzt 2012 mit „TeZukA“ und 2014 mit der vom argentinischen Tango inspirierten Choreografie „m¡longa“.

Zu Cherkaouis genreübergreifenden Projekten zählt auch die Zusammenarbeit mit dem britischen Künstler Antony Gormley. Dessen international bekannte Skulpturen und Installationen untersuchen den Zusammenhang zwischen Körper und Raum sowie die Frage nach dem Stellenwert des Menschen in Relation zu Natur und Kosmos. Die Choreografien „Noetic“ und „Icon“ sind seit 2005 die vierte und fünfte Zusammenarbeit zwischen Cherkaoui und Gormley.

DIE CHOREOGRAFIEN


Menschen haben ein instinktives Bedürfnis, jedem Bereich des Daseins Strukturen zu verleihen. Zugleich treibt sie das Verlangen an, durch das Überschreiten von Regeln Neues zu entdecken. In Noetic zeigt Cherkaoui, wie wir diese Strukturen für uns und unsere Mitmenschen erschaffen; Strukturen, die die Realität aufbauen, verändern und wieder dekonstruieren. Als Begriff der neuzeitlichen Philosophie umfasst der Begriff Noetik Formen der Bewusstseins- und Erkenntnistheorie. Die Tänzerinnen und Tänzer bewegen sich in „Noetic“ mit scheinbar mechanischen, automatisierten Bewegungen in dem von dem bildenden Künstler Antony Gormley gestalteten Bühnenbild. Stahlbänder sind das Material, das den Tänzern erlaubt, sowohl Räume mittels Linien, Bögen, Ringen und Kugeln zu konstruieren als auch ihre Bewegungen zu erweitern und zu vergrößern.  Szymon Brzóska komponierte eigens einen „Soundtrack“, der vom Göteborger OperaOrchestra unter Leitung von Henrik Schaefer eingespielt wurde. Dazu kommen Klänge traditioneller japanischer Musik von Perkussionist Shogo Yoshii sowie die Stimme der schwedischen Sängerin Miriam Andersén. „Noetic“ ist die erste Choreografie, die Cherkaoui für die GöteborgsOperans Danskompani schuf. Sie feierte ihre Weltpremiere im Frühjahr 2014 und erfuhr seither weltweiten Erfolg bei Publikum und Kritik.

Wir selbst erschaffen uns Ikonen wie religiöse oder politische Anführer, Popstars oder Modelle für soziale Rollen. Ihnen verleihen wir Macht, doch genauso stürzen wir sie wieder, um sie durch neue Ikonen zu ersetzen. Diese Idee des Schaffens und Zerstörens diente Cherkaoui als Leitmotiv für seine Choreografie Icon: Sinnbild hierfür sind 3,5 Tonnen Lehm, ein ebenso formbares wie vergängliches Material, in und mit dem das Tanzensemble auf der Bühne in gleichsam ritueller Weise agiert. Der Bildhauer Antony Gormley setzte sich gemeinsam mit dem Ensemble intensiv mit dem Material, seiner Erdverbundenheit und seiner historischen wie bildnerischen Verwendung auseinander. Die Choreografie „Icon“ vermittelt eine Erfahrung, die sowohl mystisch wie naturalistisch ist und von kulturell vieltoniger Musik aus Italien, Japan und Südkorea begleitet wird.