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Rückblick

27.-30. April -
KraftWerk

Foto: Janina Snatzke

COMPANY: NEDERLANDS DANS THEATER I

Choreografien: Safe as Houses, Shutters Shut, Woke up Blind, Salt Womb
Herkunft: Den Haag, Niederlande
Künstlerischer Leiter: Paul Lightfoot

Choreografie: Safe as Houses
Choreografen: Sol León / Paul Lightfoot
Musik: Johann Sebastian Bach: aus der Suite c-Moll, BWV 997 (arrangiert für Barockharfe) Sarabande; aus dem Konzert für 4 Cembali a-Moll, BWV 1065 Largo; aus dem Brandenburgischen Konzert Nr. 3 G-Dur, BWV 1048 Allegro; aus dem Konzert für 2 Cembali C-Dur, BWV 1061 Adagio ovvero Largo, Immortal Bach arrangiert von Knut Nystedt [1988] nach dem Lied Komm, süßer Tod, komm, sel’ge Ruh BWV 478, aus G.C. Schmelli’s Gesangbuch [1736]
Spieldauer: ca. 30 Minuten

Choreografie: Shutters Shut
Choreografie und Kostüme: Sol León & Paul Light
Text: Gertrude Stein: If I Told Him: A Completed Portrait of Picasso
Spieldauer: ca. 5 Minuten

Choreografie: Woke up Blind (Deutschlandpremiere)
Choreograf: Marco Goecke
Dramaturgie: Nadja Kadel
Choreografische Assistenz: Hedda Twiehaus
Musik: Jeff Buckley – You and I | The way young lovers do
Spieldauer: ca. 18 Minuten

Choreografie: Salt Womb (Deutschlandpremiere)
Choreografen: Sharon Eyal & Gai Behar
Choreografische Assistenz: Rebecca Hytting, Ken Ossola (NDT)
Musik: Ori Lichtik
Spieldauer: ca. 26 Minuten

Gesamstspieldauer: 1 Stunde 45 Minuten einschl. einer Pause

Aufführungen am 27.04., 28.04., 29.04. und 30.04.2017 um 20:00 Uhr im KraftWerk

Werkeinführung am 27.04.2017 um 19:15 Uhr im KraftWerk mit Bernd Kauffmann und Jürgen Wilcke

DIE COMPANY
Das Nederlands Dans Theater 1 (NDT 1) wurde 1959 in Den Haag gegründet und gehört seither mit mehr als 600 Choreografien zu den Vorreitern des zeitgenössischen Tanzes. Besonders geschätzt wird das Ensemble für seine innovativen Choreografien, in denen sich klassische Techniken mit experimentellen Formen des Tanzes vereinen. Kaum eine andere Company hat sich in dieser Kontinuität so konsequent und erfolgreich der Erneuerung des Tanzes gewidmet. Sicher am prägendsten war für die Entwicklung des Ensembles der Choreograf Jirí Kylián: Sein energischer, surreal-abstrakter Stil, der Elemente aus alten Tanztraditionen mit zeitgenössischen Elementen aus Musik und gestaltender Kunst kombiniert, wurde charakteristisch für das NDT.

DER KÜNSTLERISCHE LEITER PAUL LIGHTFOOT UND DIE CHOREOGRAFEN LEÓN / LIGHTFOOT
Der britische Tänzer und Choreograf Paul Lightfoot übernahm im September 2011 die Künstlerische Leitung des NDT 1. Er kam 1985 als Tänzer zum Ensemble. Gemeinsam mit der Spanierin Sol León begann Lightfoot ab 1989, Choreografien für das NDT zu entwickeln, und wurde 2002 zusammen mit León zum Hauschoreografen ernannt. Unter den inzwischen mehr als 40 Arbeiten des Choreografen-Duos León & Lightfoot, die weltweit gezeigt werden, finden sich preisgekrönte Stücke wie „Signing Off“ (2003) und „Shoot the Moon“ (2006). In ihren Arbeiten verfolgt das Duo einen theatralischen Ansatz, bei dem Bühne, Musik, Kostüme und Tanz zu einer Einheit verschmelzen und von einem ausgefeilten Lichtdesign in Szene gesetzt werden.

DIE CHOREOGRAFEN

Marco Goecke, in Wuppertal geboren, ist dem NDT seit 2013 als Choreograf verbunden. Seine erste Choreografie entwickelte der ausgebildete Tänzer im Jahr 2000, seither hat ihn seine ungewöhnliche Körpersprache zu einem weltweit gefragten Choreografen gemacht. Seit 2005 ist er Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts. Zudem arbeitete er für weitere Ensembles in Europa, Brasilien und den USA. Goeckes technisch anspruchsvolle und zugleich emotionsgeladene Bewegungssprache lotet die ästhetischen Grenzen nicht nur aus, sondern überschreitet sie hin zu völlig neuen Bewegungsformen.
Die in Jerusalem geborene Sharon Eyal kam 1990 als Tänzerin zur israelischen Batsheva Dance Company und war dort von 2005 bis 2012 als Hauschoreografin tätig. Seit 2009 kreiert sie Choreografien u. a. für das norwegische Ensemble Carte Blanche – The Norwegian National Company of Contemporary Dance und seit 2013 für das NDT. Gai Behar, geboren in Jerusalem, ist Musikproduzent und organisierte spartenübergreifende Underground-Events. Seit 2005 arbeitet er mit Sharon Eyal zusammen; seit 2013 firmieren sie unter dem Namen L-E- V. Seine Tänzerinnen und Tänzer versetzt das Duo in eine Kunstwelt, in der sich klassisches Ballett mit der Rave-Kultur verbindet.

DIE CHOREOGRAFIEN

Safe as Houses
Inspiriert vom „I Ging“, dem chinesischen „Buch der Wandlungen“, entwickelten Sol León und Paul Lightfoot 2001 die Choreografie Safe as Houses. In der hoch ästhetischen, fluiden Inszenierung bewegen sich die Tänzerinnen und Tänzer auf einer weißen Bühne. In deren Zentrum dreht sich eine weiße Wand wie die Zeiger einer Uhr und wird so zu einer Metapher für den Wandel innerhalb des menschlichen Daseins, für die Veränderungen von Orten und Epochen. In immer neuen Konstellationen entsteht zur Musik von Johann Sebastian Bach ein Sinnbild für die Fähigkeiten, stetig sich wandelnde Situationen zuverlässig und sicher zu meistern.

Shutters Shut
Gertrude Steins Poem von 1924 „If I Told Him: A Completed Portrait of Picasso”, das die Autorin in Betrachtung ihres zwanzig Jahre zuvor von Pablo Picasso geschaffenen Porträts schrieb, ist gleichsam der Sound und der Rhythmus dieser außergewöhnlichen Kurzchoreografie. Den von Gertrude Stein selbst eingesprochenen surrealistisch-dadaistischen Text übersetzen die beiden Choreografen Sol Léon und Paul Lightfoot in virtuose Bewegungen voller Emotionen.

Woke up Blind (Deutschlandpremiere)

In seiner Choreografie Woke up Blind von 2016, bei den Movimentos als Deutschlandpremiere zu erleben, nutzt Marco Goecke seine komplexe Bewegungssprache erneut dazu, menschliche Emotionen bis in ihr Innerstes auszuloten. Es sind zwei Teile, die auf Musikstücken des früh verstorbenen Sängers Jeff Buckley basieren: Eine langsame Elegie des Verlustes ist der erste Teil, auf den der Tanz mit teils minimalen, oft verstörenden Bewegungen reagiert. Der frenetische Gitarrensound des zweiten Stücks führt zu einer von Leidenschaft angetriebenen, kompromisslosen Bewegungssprache, deren komplizierte, energiegeladene Figuren immer wieder kurz vor dem Kontrollverlust zu stehen scheinen.

Salt Womb (Deutschlandpremiere)
In ihrer Choreografie Salt Womb lassen Sharon Eyal und Gai Behar die Tänzerinnen und Tänzer eine Entwicklung durchlaufen, in der Archaisches in Innovatives übergeht, Wildes sich mit Zartem verbindet: Schwere Trommelrhythmen begleiten minimalistische Tanzbewegungen auf einer schwarzen Bühne. Musik wie Bewegungen werden zunehmend leichter, die lineare Tanzformation verändert sich zur Gruppe. Dabei scheinen immer wieder Ansätze menschlicher Beziehungen und individueller Gefühlswelten auf. Die Choreografie wird begleitet von der Musik Ori Lichtiks, für Eyal und Behar eine Inspirationsquelle zwischen „magischem Bannspruch und göttlicher Poesie“.